Dezentrale Lüftungsanlagen
Finden Sie hier eine Übersicht über die Funktionsweise und den grundlegenden Aufbau einer dezentralen Lüftungsanlage
Eine dezentrale Lüftungsanlage transportiert verbrauchte Raumluft nach draußen und bringt gleichzeitig frische Außenluft in Ihre Wohnräume. Im Gegensatz zu einer zentralen Lüftungsanlage arbeitet sie nicht mit einem umfangreichen Kanalsystem, sondern setzt sich aus mehreren einzelnen Geräten zusammen, die flexibel in der Außenwand installiert werden.
Diese Einzelgeräte übernehmen gemeinsam die Zu- und Abluft für den gesamten Wohnbereich. Dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind in der Regel nach einem ähnlichen Prinzip konzipiert und bestehen aus sechs grundlegenden Komponenten:

Funktionsweise & Arten einer dezentralen Lüftung
Push- und Pull Prinzip
Diese Betriebsart ist bei dezentralen Lüftungssystemen am weitesten verbreitet. Dabei werden jeweils zwei Geräte als sogenanntes Lüfterpaar eingesetzt. Die Geräte werden an unterschiedlichen Positionen in der Außenwand montiert und ihre Luftströme aufeinander abgestimmt. Während ein Gerät frische Außenluft in den Raum führt, transportiert das andere zeitgleich die verbrauchte Innenluft nach draußen. So entsteht eine effektive Querlüftung des gesamten Wohnbereichs.
Etwa alle 70 Sekunden wechseln die Ventilatoren ihre Drehrichtung, sodass sich Zu- und Abluftbetrieb regelmäßig abwechseln. Die dabei entstehenden Druckverhältnisse fördern zusätzlich die Luftzirkulation im Raum. Aus diesem Grund werden diese sogenannten „Paarlüfter“ stets in gerader Anzahl geplant und installiert.
Dezentrale Paarlüfter arbeiten im Verbund nach dem Push-Pull-Prinzip und eignen sich besonders für Wohn- und Schlafzimmer sowie für offen gestaltete Koch- und Essbereiche. Wie die Bezeichnung bereits andeutet, sollten sie immer paarweise – beispielsweise in Einheiten von 2, 4, 6, 8 oder 10 Geräten – innerhalb einer Wohneinheit verbaut werden. Mit diesem System lassen sich die meisten Anwendungsbereiche zuverlässig abdecken.
Ventilatoren Prinzip
Für besondere Anforderungen – etwa in Feuchträumen oder bei Planungssituationen, in denen eine ungerade Anzahl an Paarlüftern erforderlich ist – kommen sogenannte Einzelraumlüfter zum Einsatz. Diese Geräte arbeiten nach dem Zwei-Ventilatoren-Prinzip und können Zu- und Abluft gleichzeitig transportieren.
Das Lüftungsrohr ist hierfür in zwei separate Kanäle unterteilt, sodass mithilfe jeweils eines Ventilators ein paralleler Luftstrom in beide Richtungen ermöglicht wird. Dadurch ist keine paarweise Installation notwendig, da der Einzelraumlüfter bereits intern als vollständiges Lüfterpaar fungiert.
Besonders häufig werden diese Geräte in Feuchträumen wie Bad, Küche oder Hauswirtschaftsraum eingesetzt. Hier wird die entstehende Feuchtigkeit direkt vor Ort abgeführt, ohne durch wechselnde Luftströme in angrenzende Wohnbereiche verteilt zu werden.

Wie ist eine dezentrale Lüftung aufgebaut?
Die Innenblende deckt das Lüftungsgerät im Rauminneren ab und sorgt dafür, dass die einströmende Luft gezielt nach oben oder unten in den Wohnbereich geleitet wird. Abhängig vom jeweiligen Modell ist der Staubfilter entweder direkt in der Blende integriert oder separat vor der Ventilatoreinheit angebracht.
Bei den meisten dezentralen Lüftungsanlagen lässt sich die Innenblende unkompliziert abnehmen und wieder einsetzen, was die Reinigung deutlich erleichtert. Achten Sie darauf, dass die Blende den Frischluftstrom auch nach oben in den Raum führen kann – auf diese Weise lassen sich zusätzliche Geräuschentwicklungen reduzieren.

Zubehör
Neben den grundlegenden Komponenten lässt sich eine dezentrale Lüftungsanlage durch verschiedene Zubehörteile individuell erweitern und anpassen. Dazu gehören unter anderem:
Schalldämmmaßnahmen
(z. B. Schalldämmmatte, Schallprotektoren)
Winddrucksicherung
(zum Schutz vor unkontrollierten Windeinzug)
Sensortechnik
(z. B. CO2-Sensor, Feuchtesensor, Taupunktsteuerung)
Filter
(z. B. Pollen-, Fein-, Aktivkohlefilter)
Externe Regler
(zum Bedienkomfort oder als zusätzliche Schnittstelle für Smart-Home)
Spezielle Sonderauslässe
(für Laibungen, Dächer oder Kellersituationen)
Überströmlösungen
(für innenliegende Räume)
Montageblöcke
(während der Rohbauphase im Neubau zur Schnellmontage)

